In Dunkeldeutschland wird es hell – Warum das Klischee vom tristen Osten überholt ist

Der Begriff „Dunkeldeutschland“ stand lange für die Tristesse der DDR: Für wenig Straßenbeleuchtung, für verfallene Gebäude und Betonbauten. In den 90er Jahren wandelte sich der Begriff weiter in das Negative. Nunmehr stand „Dunkeldeutschland“ für Rückständigkeit und Gewalt gegen Fremde.

Dennoch: Das Klischee vom tristen Osten ist schon lange überholt.

Erst 2017 hat der Forscher Jürgen Schupp das Glück der Ostdeutschen erforscht und herausgefunden, dass die Ostdeutschen mittlerweile so glücklich sind wie nie seit 1990.

Die Wirtschaft wächst in Ostdeutschland langsam aber sicher voran, in Brandenburg im vergangenen Jahr sogar um 1,4 Prozent. Das Bruttoinlandsprodukt in Sachsen kam mit einem Plus von 1,2 Prozent auf den zweiten Platz, gefolgt von Sachsen-Anhalt mit 0,9 Prozent.

Ein Blick gen Osten lohnt sich also –  und das erst recht durch die Immobilienbrille. Dass die florierenden Großstädte wie Leipzig, Jena, Dresden oder Erfurt in den vergangenen Jahren einen großen Zuzug erfahren haben, sollte kein Geheimnis sein. Doch auch die mittelgroßen Ost-Städte können für Immobilieninvestoren interessant sein. Auch Standorte wie Halle/Saale, Weimar oder Greifswald verzeichnen steigende Einwohnerzahlen. Junge Menschen zieht es zum Studieren oft in kleinere Universitätsstädte wie Freiberg und Greifswald, weil sie sich die Mieten in den Großstädten nicht leisten können. All diese Städte haben in den vergangenen zehn Jahren überproportional von der Nachfrage nach Wohnraum profitiert.

In Sachsen hat Leipzig von allen Städten in der Region die positivste Bevölkerungsentwicklung erlebt und soll bis 2030 um weitere 8,8 % wachsen. Auch in Sachsen-Anhalt (Halle, Magdeburg, Dessau-Roßlau, Merseburg) kommt man mit 5,05 bis 5,61 €/qm auf ein ähnliches Mietniveau wie in Leipzig. Im Zehn-Jahres-Vergleich hat Magdeburg mit Preissteigerungen für Wohneigentum um 17,4 % sogar noch mehr zugelegt als Leipzig mit 16,9 %. Unschlagbar bleibt allerdings in diesem Ranking Halle mit einem Plus von fast 22 %.

Der demografische Wandel, der schon lange in Leipzig zu beobachten ist, ist auch für Magdeburg und Halle zu erwarten, was in allen drei Städten zu weiter steigenden Mieten und Kaufpreisen führen wird.

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Eine Studie des privaten Forschungsinstituts empirica weist jetzt nicht nur Leipzig und Dresden, sondern auch Chemnitz und Freiberg als so genannte „Schwarmstädte“ aus. Investoren können in den „versteckten Perlen Sachsens“ noch zu attraktiven Faktoren einkaufen, die andernorts längst nicht mehr zu bekommen sind: Zinshäuser werden im Durchschnitt in Chemnitz und Döbeln zum 11-fachen, in Freiberg zum 10,5-fachen gehandelt. Die durchschnittlichen Renditen liegen über 9 %, in der Spitze bei bis zu 12,5 %.

Trotz dieser vielen positiven Entwicklungen ist Gegenstand der Berichterstattung deutscher Medien häufig noch die ostdeutsche Problematik: Fremdenfeindlichkeit, marschierende Neonazis, soziale Brennpunkte, Ost-West-Lohngefälle, Armutsberichte und so weiter.

Wie können die Ostdeutschen dann so glücklich sein? Martin Machowecz vom Zeit-Magazin scheint die Antwort gefunden zu haben: „Pegida ist noch nicht ganz gestern, aber wir schauen schon mal in Richtung morgen. Das ist die Gleichzeitigkeit, in der der Osten gerade lebt. Wenn vieles gleichzeitig passiert, heißt das übrigens schon mal eines: dass eben vieles passiert. Darin unterscheiden sich Erfurt oder Magdeburg oder Dresden von mancher saturierter Stadt anderswo. Gleichzeitigkeit macht eine Stadt erst so richtig interessant.“

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